VIBRATIONS
IN LIFE

Ein Podiumsgespräch an der Fachhochschule Bern,
Fachbereich Holztechnik
organisiert vom projekt präsenz der reformierten
Kirche Bern-Jura-Solothurn – zum Thema der Vibrationen
in unserem Leben – wenn‘s mal nicht mehr so rund
läuft. |
Im Rahmen der Podiumsreihe „Vibrations“, in dem Fachleute
aus der Bau- und Holzbranche und Musikinstrumentenbau vor dem Hintergrund
ihrer persönlichen Praxiserfahrung das Thema Vibrationen, seine
fachliche Bedeutung sowie gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge
betrachten, organisierte das projekt präsenz der Refbejuso das
Podium „Vibrations in life“.
In einem von der Unipfarrerin Brigitte Affolter moderierten Podiumsgespräch
tauschten sich Andreas Hurst, der Leiter der FH Holzbau, Stefan Affolter,
der Pfarrer der Kirchgemeinde Biel-Bözingen, Gianni Vasari,
der Bieler Kunstschaffender, Christiane Rehm, Dozentin an der FH
Holzbau, und Azadeh Hunziker, Studierende an der FH aus zu Themen
rund um die Momente, in denen das Leben stolpert.
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Schweiz
braucht mehr Schlaf
Der Zeitbegriff variiert auf vielen verschiedenen Ebenen. So berichtete
Christiane Rehm, dass zu ihrer Zeit in der DDR ein anderer Zeitbegriff
herrschte als sie ihn heute in der Schweiz erfährt. Dieses System
existiert allerdings seit 20 Jahren nicht mehr. Wie wäre der
Zeitbegriff heute in der DDR? Was ist wichtiger? Das unterschiedliche
Gesellschaftsmodell oder der Lauf der Zeit? Sicher sei aber, und
darin waren sich Azadeh Hunziker und Christiane Rehm einig: In der
Schweiz braucht es viel mehr Schlaf als in anderen Ländern.
Warum auch immer. Allerdings hängt dieser Umstand sicher auch
mit einem anderen Faktor zusammen: Den jeweiligen Lebensumständen.
Kinder, Familie, Arbeit. Vieles hat Einfluss auf den Zeitbegriff. |
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Der Wald, das Putzen und das Universum
Stress kannte jeder, der da auf dem Podium sass. In ihrem engagierten
Gespräch erläuterten die Diskutierenden ihre persönlichen
Formen des Stressabbaus, des „Wieder-Zu-Sich-Kommens“.
Diese Strategien reichten von der von Andreas Hurst bevorzugten
Skitour, über die Relativierung des eigenen Ichs bis zu Meditationstechniken.
Immer aber stand im Zentrum dabei die Notwendigkeit, immer wieder
bewusst hinter die Aufgabe und die Anforderungen des Lebens zurückzutreten
und die gegebene Zeit achtsam wahrzunehmen. Und das nicht erst,
wenn das Leben schon stolpert, sondern präventiv, wenn es
vielleicht noch gar nicht notwendig scheint. Das erfordert eine
hohe Kompetenz, sich selbst wahrzunehmen. Bis hin zur Fähigkeit,
nur noch der eigene Herzschlag zu sein, wie es Gianni Vasari formulierte. |
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Zeit zum Verschenken
Was kann man aber tun, wenn all das nichts mehr nützt? Wenn
man den Zeitpunkt für das eigene Zurückgehen verpasst
hat?
Dann braucht man Hilfe.
Evt. von einer Institution, die gemäss Stefan Affolter Zeit
verschenken darf: Die Kirche. Die bietet Ihre Hilfestellung gratis
und im diakonischen Auftrag an. Man kann und soll sich unkompliziert
an sie wenden. Und wenn die Not zu gross ist, dann weiss der zeitverschenkende
Seelsorger auch, wohin er den Hilfesuchende weiterweisen kann.
Evt. aber auch von der Beratungsstelle der Uni Bern, die auch für
die Studierenden der Fachhochschulen zuständig ist. Alle notwendigen
Infos und Adressen findet man unter www.beratungsstelle.bernerhochschulen.ch .
Oder
aber man sucht Unterstützung bei der Unipfarrerin, Frau Affolter
direkt. Alle Kontakte hierzu unter http://www.refforum.ch
Die Anwesenden nahmen viele Eindrücke und Anregungen mit nach
hause. Es waren allerdings weniger als erwartet, die sich diese Zeit
aus ihrem Alltag nahmen – die geschenkte Zeit sich noch einmal
schenken liessen. Und dennoch waren alle am Projekt Beteiligten
im Anschluss hochzufrieden: Es war ein Moment, in dem die Zeit
ein kleines bisschen stillstand.
Das projekt präsenz und die Fachhochschule Holzbau in Biel haben
in diesem Podiumsgespräch ein erstes Mal die Zusammenarbeit
erprobt. Beide Seiten haben ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen,
dass es nicht das letzte Mal war.
Ralph Marthaler, projekt präsenz |
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