Zum dritten Mal fand am vergangenen Donnerstag in der Kaufmännischen Berufsschule in Burgdorf ein Eventtag des Detailhandels statt, dieses Jahr zum Thema Gewalt. Begrüsst werden die Auszubildenden des ersten Lehrjahres von Rektor Andreas Schild. Den Einstieg macht das Theater «Konfliktüre», welches verschiedene Stresssituationen und Aggressionsmomente zeigt. Die Lehrlinge sind aufgefordert, unterschiedliche Varianten der Konfliktlösung vorzuschlagen. Anschliessend finden Workshops zu den Themen «Zivilcourage», « Für wen ist was Gewalt?», «Gewalt unter Drogeneinfluss» und «Selbstverteidigung» statt. Schlägerei wegen Styling Einige der Berufsschüler berichten davon, nach Alkoholkonsum einen so genannten «Filmriss» gehabt zu haben. «Ich weiss nicht mehr, wie ich damals nach Hause gekommen bin. Ich benötigte vier Stunden und habe meinen Hut und mein Portemonnaie verloren», gesteht ein Lehrling. «Unter Alkoholeinfluss nimmt die Gewaltbereitschaft zu. Im Ausgang habe ich schon erlebt, dass Leute auf andere losgegangen sind, weil ihnen deren Styling nicht gepasst hat», sagt Fabienne Aebi. «Man hört oft von Schlägereien aber mir ist zum Glück noch nie etwas passiert. Gewalt ist keine Lösung für Probleme», ist Marlen Sommer überzeugt. «Ich finde Gewalt unnötig, egal wie sie begründet wird», findet Claudia Schneuwly. Meret Hoffmann sagt dazu: «Früher war Gewalt weniger verbreitet, heute ist sie allgegenwärtig. Für viele ist es am einfachsten, Probleme mit den Fäusten zu klären». Auch Marina Jäggi findet, Gewalt müsste nicht sein. «Schnell kann aus Drohungen Gewalt entstehen. Ich wurde kürzlich im Ausgang blöd angemacht. Ich habe mich entschuldigt, obwohl ich nichts dafür konnte. Und vor zwei Wochen an einem Fest gab es eine Prügelei, wobei einem Jugendlichen ein Zahn ausgeschlagen wurde. Ich habe mich nicht eingemischt, als Frau kann man ohnehin nicht viel ausrichten». Zusammengeschlagen Schlimm erging es Nicole Berger als sie mit ihrer Klasse die Berner Ausstellungsmesse besuchte. Sie ging mit drei Kolleginnen auf die Toilette, als sie dort von fünf Frauen mit blöden Sprüchen belästigt wurde. Die Frauen folgten Nicole und ihren Kolleginnen und betitelten sie mit Worten wie «Schlampe» und «Tussi». Nicole erwiderte: «Ihr müsst gar nichts sagen, ihr seid auch nicht besser», wonach alle fünf Frauen auf Nicole losgingen. Viele Leute sahen zu, doch ausser einer Kollegin half ihr niemand. Nicoles Kopf wurde mit Schlägen traktiert, sie konnte sich nicht wehren. Als die fünf Frauen endlich von ihr abliessen, konnte sie ihre Lehrerin benachrichtigen. Der Arzt stellte eine Gehirnerschütterung und mehrere Prellungen fest. «Ich hatte diesen Frauen nichts getan, ich hatte sie nie vorher gesehen. Eine Therapeutin half mir in der folgenden Zeit, über meine Ängste hinwegzukommen. Ich bin jetzt schon vorsichtig, aber da die Fünf ohne Grund auf mich eingeschlagen haben, wird das nicht wieder passieren», ist Nicole überzeugt. |
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