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Name: Brigitte Affolter

Heutiger Arbeitsplatz:
Reformiertes Forum, Universität Bern

Ausbildung/Beruf: Orthoptistin*

Ausbildungsort: Basel

Berufsschule: Basel

affolter

Berufsbildung

Zur Zeit des Ausbildungsbeginns wusste ich nicht, was ich beruflich machen sollte. Aus diesem Grund habe ich nach dem Handelsdiplom eine dreijährige Ausbildung als Orthoptistin abgeschlossen. Eigentlich wäre ich gerne Töpferin geworden, deshalb eignete ich mir dieses Kunsthandwerk später autodidaktisch an.
Meiner Meinung nach wurden früher nicht mehr Traumberufe erlernt als heute. Die Frauen hatten es schwerer. Früher war es nicht wichtig, was eine Frau lernte. Es hiess: es wird ohnehin gleich geheiratet. Die Frauen mussten früh lernen, ihre Träume zu begraben. Generell gesehen denke ich jedoch, dass es einfacher war, einen „Traumjob“ zu finden. Heute braucht es beinahe für jedes Berufsziel eine Matur und die Anforderungen an den Einzelnen sind stark gestiegen.

Berufsschule

In der Berufsschule fühlte ich mich wohl. Unsere Klasse bestand aus vier Personen, alle vier waren Frauen. Es gab keine eigene Berufsschule für Orthoptisten, deshalb genossen wir die schulische Ausbildung direkt im Spital. Die Lehrer waren Ärzte und der Unterricht wurde grösstenteils frontal erteilt. Ich würde sagen, es war eher eine distanzierte Angelegenheit. Da die Ärzte immer wieder wechselten, existierte kaum eine Beziehungsebene.
Das wichtigste Fach war die Anatomie. Meine Ausbildung gleicht derjenigen der Krankenschwester. Tagtäglich war ich mit der Praxis konfrontiert. Die Schule schaffte eine gute Verknüpfung zwischen Theorie und meinen Erfahrungen im Arbeitsalltag.
Mit der eigenen Identität beschäftigte ich mich vor allem ausserhalb der Schule, die Auseinandersetzung mit dem Thema „Gesundheit/Krankheit“ hingegen war Bestandteil des Unterrichtes. Auch Ethik, in Anbetracht der medizinischen Möglichkeiten, war ein Thema in der Schule.

Unterstützung bei Stellensuche / Schulschwierigkeiten

Mein Vater war Augenarzt und da ich zu dieser Zeit nicht wusste, was ich beruflich machen sollte, war eine Ausbildung als Orthoptistin für mich naheliegend. Da aber in jenem Jahr in Basel nur vier Orthoptisten ausgebildet wurden, war es nicht einfach, eine Lehrstelle zu finden. In Lausanne und St. Gallen wurden zwar noch weitere Lernende aufgenommen, für mich war es aber klar, dass ich meine Ausbildung in Basel machen wollte. Ich bin in Basel geboren und hatte dort noch meine Grossmutter, mit welcher ich mich sehr gut verstanden habe. Deshalb habe ich mich an den anderen Schulen gar nicht beworben. Ich meldete mich in Basel an und erhielt nach einem Bewerbungsgespräch tatsächlich die Stelle.
Die Beziehung zur Chef-Orthoptistin (Lehrmeisterin) war sehr gut. Wir pflegten ein freundschaftliches Verhältnis.
In der Schule hatte ich vor allem im Fach Optik (Physik) Mühe, die medizinischen Fächer hingegen habe ich „geliebt“. Dies wohl auch aus dem Grund, dass ich die medizinischen Kenntnisse sowohl beruflich als auch privat immer gut gebrauchen konnte. Hilfe oder Unterstützung habe ich nie in Anspruch genommen. Ich brauchte keinen Stützkurs, bei mir waren die Schwierigkeiten eher auf mangelndes Interesse zurückzuführen.

Einfluss Kirche / Familie / andere Institutionen

Bei der Stellesuche hat mich niemand unterstützt. Durch die Einblicke in die Praxis meines Vaters wusste ich, was ich bei der Ausbildung lernen würde. Am ehesten unterstützend war vielleicht die Orthoptistin, welche dazumal bei meinem Vater gearbeitet hatte.
Ich kann nicht sagen, dass ich mir mehr Unterstützung gewünscht hätte. Es war schwierig für mich, mich beruflich festzulegen. Meinen Wunsch, Töpferin zu werden, habe ich nicht realisiert, weil es doch immer hiess „im Kreativen verdient man nichts“ und „das ist doch kein Beruf“. Interessanterweise zeigt sich meine kreative Ader im Leben immer wieder.

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* Orthoptistinnen und Orthoptisten wirken mit bei der Prävention, Diagnose und Therapie von Störungen des ein- und beidäugigen Sehens wie z.B. Schielen oder Augenzittern. Sie arbeiten in Augenarztpraxen und Kliniken, wo sie Patienten aller Altersgruppen behandeln

 

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