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Name: Willy Oppliger

Heutiger Arbeitsplatz: Leiter Fachstelle Finanzen bei den Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn (Bereich Zentrale Dienste)

Ausbildung/Beruf: Luftverkehrsangestellter (vorausgehend 2 Jahre Verkehrsschule in Biel)

Ausbildungsort: Flugplatz Genf

Berufsschule: betriebsintern

Berufsbildung

Nach dem Besuch der zweijährigen Verkehrschule in Biel (Grundvoraussetzung) ab-solvierte ich meine Ausbildung zum Luftverkehrsangestellten. Dazumal wäre ich gerne Architekt geworden, hatte es mir aber nicht zugetraut. Nach der obligatorischen Schulzeit verspürte ich zudem keine Lust, nochmals vier Jahre eine Schule zu besuchen und danach ein Studium in Angriff zu nehmen.
Ich denke, dass früher der Traumberuf gezielter anvisiert wurde. Man suchte nach der Stelle fürs Leben. Heute gibt es unzählige Möglichkeiten, und das Spektrum ist viel grösser.

Berufsschule

Im Grossen und Ganzen fühlte ich mich in der Berufsschule wohl. Die Situation war speziell, weil es sich um eine betriebsinterne Schule handelte. Ich ging mit denjenigen Kollegen in die Klasse, mit denen ich schon während der Arbeit und in der Freizeit zusammen war. Zudem wurden wir in Französisch unterrichtet, obwohl 16 von 20 Schülern deutschsprachig waren. Und: In meinem Ausbildungsjahrgang gab es unter den 20 Schülern keine einzige Frau.
Die Beziehung zu den Lehrern war unterschiedlich. Die Fachdozenten stammten alle aus meinem Lehrbetrieb, deshalb existierte kein starkes Schüler-Lehrer-Verhältnis. Die Beziehung war eher kollegial. In den allgemeinbildenden Fächern hingegen wur-den wir von externen Fachpersonen unterrichtet – hier war die Unterrichtssituation eher klassisch. Die Fächer an der Berufsschule waren unterteilt in berufsspezifische (unter anderem Tarifberechnungen, Frachtberechnungen, Abfertigung/Abläufe) und allgemeinbildende Fächer (Sprachen, Buchhaltung, Rechtslehre etc.). Der Unterricht war mit etwa 2/3 Praxis und 1/3 Theorie sehr praxisbezogen.
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität fand innerhalb des Lehrplanes Platz. Es gab ein Fach zur Persönlichkeitsbildung, in dem ein Psychologe anwesend war. Ethikunterricht hingegen gab es nicht und spirituelle Fragen wurden innerhalb der Schule nicht spezifisch behandelt.

Unterstützung bei Stellensuche / Schulschwierigkeiten

In der Ausbildung an der Verkehrsschule wurden uns mehrere Ausbildungsmöglichkeiten angeboten (beispielsweise SBB und PTT). Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Luftverkehrslehre in Genf absolvieren würde. Es war für mich auch nicht schwierig, eine Lehrstelle zu finden. Nach einer Aufnahmeprüfung, einem psychologischen Test und einem Aufnahmegespräch konnte ich die Lehrstelle antreten. Ein Bewerbungsverfahren im eigentlichen Sinne gab es nicht. Ich hatte keine Bewerbung geschrieben, sondern ein Formular ausgefüllt.
Der Ausbildungsleiter war gleichzeitig der Chef der Schule. An den verschiedenen Ausbildungsorten gab es keine sogenannten Lehrmeister. Betreut und angelehrt wurden wir durch unterschiedliche Personen. Bei Schwierigkeiten in der Schule gab es keinen Stützkurs. Ich wendete mich mit Fragen meistens an das Ausbildungsteam.

Einfluss Kirche / Familie / andere Institutionen

Ich erhielt bei der Stellensuche insbesondere von der Verkehrsschule Unterstützung. Mein Glaube oder die Kirche hatten dabei keinen Einfluss. Wenn man mit knapp 18 Jahren weg von zu Hause ist und mit anderen Jugendlichen in Genf die Berufsausbil-dung durchläuft, schweisst das zusammen. Unter uns Lehrlingen bildete sich etwas wie eine Schicksalsgemeinschaft.
Mit dem Angebot der Ausbildung war ich sehr zufrieden. Es gäbe sicherlich Details, die zu verbessern wären, aber dafür ist die Lehre in meiner Erinnerung viel zu weit weg ...
Einmal kämpften wir zusammen für eine Lohnerhöhung, allerdings ohne Erfolg. Die Auseinandersetzung wurde von der Arbeitgeberseite her fair geführt. Ich kann mich nicht erinnern, dass Bedarf nach vermehrter Unterstützung vorhanden gewesen ist.

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