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Name: Irene Richheimer

Heutiger Arbeitsplatz: Theologin bei den Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn,
Bereich Gemeindedienste und Bildung

Ausbildung/Beruf: Buchhändlerin

Ausbildungsort: Winterthur

Berufsschule: KV Winterthur

richheimer

Berufsbildung

Ich absolvierte von 1973 bis 1976 meine Ausbildung zur Buchhändlerin. Da ich sehr gerne lese und mich Bücher in meinem Leben sehr beeinflusst haben, sehe ich in meinem Beruf eine Art Traumberuf wieder. Bücher erschliessen mir eine neue und andere Welt.
Traumberufe ändern sich wie das Leben. Es kommt immer darauf an, was man aus dem erlernten Beruf macht. Buchhändlerin zu sein ist sehr spannend, auf Dauer war ich jedoch nicht glücklich. Deshalb beschloss ich, die eidgenössische Matur abzulegen und so den 2. Bildungsweg anzustreben.

Berufsschule

Ich fühlte mich in meiner Berufsschule sehr wohl. Unsere Klasse bestand aus unge-fähr 15 bis 20 Schülerinnen und Schülern, wovon etwa die Hälfte Frauen waren. In der Berufsschule wurden wir gemeinsam mit den KV-Lernenden unterrichtet und nur im Berufskundeunterricht waren wir Buchhändler und Buchhändlerinnen unter uns.
Die Beziehung zu den Lehrern war sehr gut, die Beziehung zum Lehrmeister-Ehepaar (insbesondere zur Chefin) hingegen gestaltete sich eher als schwierig.
Die wichtigsten Fächer im kaufmännischen Unterricht waren Sprachen und Rech-nungswesen. In der Branchenkunde war es vor allem Deutsch, Literatur und Wissen-schaftskunde. Meiner Meinung nach flossen Theorie- und Praxisteile sehr gut inein-ander über und ergänzten sich gut. Die Schule konnte gut an unsere Erfahrungen aus dem Lehrbetrieb anknüpfen.
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, ethischen und spirituellen Fragen hatte wenig Platz in der Schule. Zu diesem Zeitpunkt gab es für mich andere zentrale Themen, mit denen ich mich auseinander setzte. Das Vertrauen zu den Lehrern war zu gering, als dass ich mich mit ihnen darüber unterhalten hätte.

Unterstützung bei Stellensuche / Schulschwierigkeiten

Unterstützung erhielt ich vor allem von Bekannten und von meinen Eltern. Da ich ih-rem Wunsch, das Gymnasium zu besuchen, nicht Folge leistete, suchten mir meine Eltern einen Beruf aus, den sie für mich als geeignet erachteten. Ich verfasste nur eine Bewerbung, weil ich die Stelle gleich erhielt. Für mich war die Stellensuche also nicht schwierig, aber es war auch eine andere Zeit als heute.
Die Buchhandlung, in der ich meine Lehre machte, war ein Familienbetrieb. Beide Lehrmeister waren über 60 Jahre alt, ständig im Betrieb präsent und autoritär. Die Lehrlinge unter sich kamen gut miteinander aus.
Da ich immer eine gute Schülerin war, empfand ich den Stoff und die Inhalte der Schule nicht als schwierig.

Einfluss Kirche / Familie / andere Institutionen

Die Kirche hatte keinen grossen Einfluss auf meine Berufswahl und die Stellensuche. Ich wurde katholisch erzogen und wandte mich im Alter von 15 Jahren von der Kirche ab, bis ich mit 27 Jahren dann mein Theologiestudium begann.
Ich war früh selbständig im Denken und Handeln und holte mir stets die Hilfe dann, wenn ich sie brauchte. Aus diesem Grund bestand für mich nicht der Wunsch nach vermehrter Unterstützung.

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